Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi distanziert sich öffentlich von einer Kryptowährung, die ihren Namen und ihr Bild trägt. Der Token stürzte innerDie japanische Premierministerin Sanae Takaichi distanziert sich öffentlich von einer Kryptowährung, die ihren Namen und ihr Bild trägt. Der Token stürzte inner

Japans „Sanae Token“-Skandal: Wie weit dürfen politische Memecoins gehen?

2026/03/05 14:00
4 Min. Lesezeit
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Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi distanziert sich öffentlich von einer Kryptowährung, die ihren Namen und ihr Bild trägt. Der Token stürzte innerhalb weniger Stunden um 58 Prozent ab. Die Aufsichtsbehörden starteten zudem eine Untersuchung gegen den Herausgeber.

Dieses Ereignis ist das jüngste Beispiel für politische Memecoins, bei denen Anleger auf der ganzen Welt Geld verloren haben.

Absage des Premierministers löst Kursabsturz aus

Takaichi ist Japans erste Premierministerin und zudem eine der beliebtesten Regierungschefinnen der letzten Jahrzehnte. Ihre LDP gewann am 8. Februar bei der Parlamentswahl 316 Sitze. Somit hat sie eine klare Mehrheit. Die Zustimmung für ihr Kabinett liegt außerdem bei etwa 70 Prozent.

Der SANAE TOKEN startete am 25. Februar auf der Solana-Kette, ohne dass die Premierministerin davon wusste. Die NoBorder DAO Community des Unternehmers Yuji Mizoguchi brachte ihn im Rahmen der Initiative „Japan is Back“ heraus. Auf der Website des Projekts waren Takaichis Name und ein gezeichnetes Porträt von ihr zu sehen.

Mizoguchi hatte vorher in der YouTube-Sendung „REAL VALUE“ erklärt, dass er mit Takaichis Team in Kontakt stehe. Diese Aussage führte dazu, dass viele vermuteten, der Token habe eine offizielle Unterstützung.

Mizoguchi erklärt in der YouTube-Show „REAL VALUE“, dass er mit Takaichis Seite kommuniziert habe. Die Bildunterschrift lautet: „SANAE TOKEN wurde im Rahmen von NoBorders Japan is Back Projekt herausgegeben.“ Quelle: X.comMizoguchi erklärt in der YouTube-Show „REAL VALUE“, dass er mit Takaichis Seite kommuniziert habe. Die Bildunterschrift lautet: „SANAE TOKEN wurde im Rahmen von NoBorders Japan is Back Projekt herausgegeben.“ Quelle: X.com

Am 2. März veröffentlichte Takaichi auf X eine Klarstellung. Der Beitrag wurde über 63 Mio. Mal angeschaut. Sie schrieb, dass weder sie noch ihr Büro etwas über den Token wussten. Es habe zudem nie eine Genehmigung gegeben.

Der Kurs des Tokens fiel danach fast sofort von 0,0137 USD auf 0,0058 USD. Am 4. März lag die Marktkapitalisierung nur noch bei etwa 62.000 USD. Die Liquidität betrug dabei lediglich 25.000 USD.

Japans FSA startet Untersuchung

Japans Finanzaufsicht FSA überprüft jetzt die Betreiber des Tokens. Die Behörde stellte fest, dass das ausgebende Unternehmen keine Lizenz für eine Krypto-Exchange besitzt.

Nach Japans Zahlungsdienste-Gesetz braucht jede Person, die Krypto verkauft oder tauscht, eine Registrierung bei der FSA. Bei Verstößen drohen bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafen von bis zu 5 Mio. Yen.

Quelle: phantom.comQuelle: phantom.com

Eine Firma namens neu, geführt von CEO Ken Matsui, übernahm die Verantwortung für das Design des Tokens. Matsui veröffentlichte am 3. März eine öffentliche Entschuldigung auf X und sagte, dass sie alle Vorgänge selbst durchgeführt hätten.

Mizoguchi teilte Matsuis Aussage und versprach zudem Kooperation bei einer Untersuchung durch die Medien. Auf X schrieb er zudem, dass er sich seiner Verantwortung stelle und niemandem die Schuld zuschiebe. Er wolle den Vorfall zudem sachlich klären und sich nicht von Gefühlen leiten lassen.

Dennoch ist der Widerspruch zwischen Mizoguchis früherer Aussage auf YouTube und der klaren Ablehnung durch die Premierministerin weiterhin ungeklärt.

Die Website des SANAE TOKEN beschreibt den Token als „nicht nur ein Meme, sondern die Hoffnung Japans“, neben einem Porträt von Premierministerin Takaichi und einer Übersicht ihrer politischen Karriere. Quelle: japanisbacksanaet.jpDie Website des SANAE TOKEN beschreibt den Token als „nicht nur ein Meme, sondern die Hoffnung Japans“, neben einem Porträt von Premierministerin Takaichi und einer Übersicht ihrer politischen Karriere. Quelle: japanisbacksanaet.jp

Die FSA bestätigte außerdem, dass neu im Januar nicht auf der offiziellen Liste der Exchanges stand. Es wurde zudem kein Antrag nachgereicht.

Auch die Struktur des Tokens wird kritisiert. Von der gesamten Menge waren 65 Prozent für die Betreiber reserviert.

Politische Memecoins rücken weltweit in den Fokus

Der Skandal in Japan ähnelt Vorfällen, die in mehreren Ländern auftreten.

In den USA veröffentlichte Präsident Donald Trump im Januar 2025 den $TRUMP Coin auf Solana. Er, seine Familie und Partner behalten dabei 80 Prozent des Angebots und nahmen über 350 Mio. USD an Gebühren ein.

Senator Chris Murphy stellte das MEME-Gesetz vor. Es soll verhindern, dass Beamte Finanzprodukte herausgeben. Trumps Krypto-Chef David Sacks sagte jedoch, Memecoins seien Sammelobjekte und keine Wertpapiere.

Im Februar 2025 bewarb Argentiniens Präsident Javier Milei den $LIBRA-Token. Er erreichte eine Marktkapitalisierung von 4,5 Mrd. USD und brach dann innerhalb von drei Stunden um 89 Prozent ein.

Insider sollen dabei etwa 100 Mio. USD abgezogen haben, bevor es zum Absturz kam. Gegen Milei laufen nun Ermittlungen wegen Betrugs. Es gibt zudem Forderungen nach seiner Absetzung.

Regulierungslücke bleibt bestehen

In jedem Fall wird eine ähnliche Lücke genutzt. Memecoins zählen in den meisten Ländern meist nicht als Wertpapiere.

Japans Regelwerk ist jedoch strenger. Das Zahlungsdienstegesetz regelt den Krypto-Handel unabhängig vom Token-Typ. Die FSA kann gegen Betreiber ohne Lizenz vorgehen, ohne Token als Wertpapiere einzustufen.

In den USA hat die SEC unter der Trump-Regierung ihren Bereich bei Krypto-Regeln eingeschränkt. Memecoins sind auf Bundesebene weiterhin kaum reguliert.

Bisher gibt es keine weltweite Regel für politische Memecoins. Deshalb sind Kleinanleger weiter für Hype-Projekte mit bekannten Personen anfällig.

Experten meinen, dass der Fall SANAE TOKEN ein Beispiel werden könnte. Japans Vorgehen könnte bestimmen, wie andere Behörden auf den neuen Trend reagieren.

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