Visa, Mastercard und American Express sind alle stark von ihren Rekordhöhen gefallen. Visa ist um 19% gesunken, Mastercard um 18% und American Express um 23%. Zwei Dinge trieben den Ausverkauf an: Präsident Trumps vorgeschlagene 10%-Obergrenze für Kreditkartenzinsen und die wachsende Sorge, dass Stablecoins das Geschäft der Kartenunternehmen beeinträchtigen könnten.
Visa Inc., V
Stablecoins ermöglichen es Händlern, Zahlungen schneller und kostengünstiger abzuwickeln als traditionelle Kartennetzwerke. Das hat Investoren verunsichert. Doch anstatt tatenlos zuzusehen, bewegen sich die Kartenunternehmen schnell, um die Nase vorn zu haben.
Mastercard stimmte zu, BVNK, ein Stablecoin-Infrastrukturunternehmen, für bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Es ist der größte Stablecoin-Deal der Geschichte. Analyst Sanjay Sakhrani von Keefe, Bruyette & Woods nannte es „einen kritischen, langfristig strategischen Schritt", der Mastercard als Brücke zwischen traditionellen und Stablecoin-Zahlungsschienen positioniert.
Visa war ebenfalls aktiv. Seine Tap-to-Pay-Funktion, die Stablecoins nutzt, macht nun 80% aller persönlichen Transaktionen aus. Das Unternehmen brachte auch Visa CLI auf den Markt, ein Befehlszeilen-Tool, das AI Agents ermöglicht, Kartenzahlungen direkt von einem Terminal aus vorzunehmen.
Hier wird die Geschichte umfassender. Am Mittwoch starteten Stripe und das Blockchain-Startup Tempo das Machine Payments Protocol, einen offenen Standard, der es AI Agents ermöglicht, eigenständig für Dienstleistungen zu bezahlen – API-Aufrufe, Daten-Feeds, Rechenzeit – wobei viele kleine Transaktionen in eine On-Chain-Zahlung abgewickelt werden.
Tempo sammelte im vergangenen Oktober 500 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 5 Milliarden US-Dollar. Sein CEO ist Paradigm-Mitgründer Matt Huang, der auch im Vorstand von Stripe sitzt.
Zu den Launch-Partnern für das Protokoll gehören Anthropic, OpenAI, DoorDash, Shopify, Revolut sowie sowohl Visa als auch Mastercard. Die beiden Kartenriesen sind hier Kooperationspartner, nicht nur Konkurrenten.
Morgan Stanley prognostiziert, dass der agentenbasierte Handel bis 2030 385 Milliarden US-Dollar im US-E-Commerce erreichen könnte. Das Stablecoin-Transaktionsvolumen erreichte 2025 33 Billionen US-Dollar, ein Anstieg von 72% im Jahresvergleich.
Ein Bericht von Citrini Research vom Februar 2026 äußerte eine direkte Sorge: AI Agents, die darauf programmiert sind, Kosten zu senken, könnten die von Visa und Mastercard erhobenen Interchange-Gebühren von 2–3% identifizieren und sie mithilfe von Stablecoins umgehen, wo Transaktionen Bruchteile eines Cents kosten.
Visa verarbeitet jährlich 17 Billionen US-Dollar. Mastercard und Visa werden derzeit mit etwa dem 24- bzw. 22-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, deutlich unter ihren historischen Aufschlägen. American Express wird mit etwa dem 16-fachen gehandelt.
Analysten haben die Gewinnschätzungen für 2026 tatsächlich leicht angehoben. Sie erwarten, dass der kombinierte Gewinn je Aktie der Gruppe im niedrigen zweistelligen Bereich wächst, bei einem Umsatzwachstum von etwa 10% auf 163 Milliarden US-Dollar.
Stripe verarbeitete 2025 1,9 Billionen US-Dollar an Zahlungen und erwarb das Stablecoin-Infrastrukturunternehmen Bridge für 1,1 Milliarden US-Dollar, um sich als Eigentümer der Schiene zu positionieren, anstatt Kartennetzwerke für den Zugang zu bezahlen.
Der Beitrag Wie Visa und Mastercard 2026 auf die Stablecoin-Bedrohung reagieren erschien zuerst auf CoinCentral.


